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Upcycling – Faunauge und die Nachhaltigkeit

Zangen und Schere

Das Bewusstsein für Upcycling und Nachhaltigkeit innerhalb unserer Verbrauchergesellschaft steigt stetig. Nachdem große Fabriken bereits seit Jahrzehnten Material sammeln, um es neu zu verarbeiten, bahnt sich ein ähnlicher Prozess seinen Weg in heimische Haushalte. Findet ein alter Gegenstand in seiner ursprünglichen Bestimmung keine Verwendung mehr, wird er verändert und aufgewertet. Upcycling, eine Bewegung, die sicher jedem Tüftler ein Begriff ist. Auch Faunauge bedient sich dieses Trends und nutzt die Vorteile, die er mit sich bringt.

Ein Trend

Der Feind des Kleidungsstuecks - der Freund des Upcycling-Spezialisten- die Schere
Der Feind des Kleidungsstuecks – der Freund des Upcycling-Spezialisten – die Schere

Das sogenannte Upcycling, die Aufwertung von alten Materialien und Gegenständen entwickelte sich zusammen mit DIY zum absoluten Trend. Seit geraumer Zeit werden beispielsweise auf der Internetplattform DaWanda neben handgefertigten Unikaten, welche den Hauptteil der Marketingstrategie der Plattform darstellen, auch Do-It-Yourself-Anleitungen zu allerlei Handarbeiten angeboten. Die Nachfrage an selbstangefertigten Produkten nimmt zu. Die große Anzahl an Downloads von Anleitungen bestätigt ein weites Interesse beim Individualisten. Stricken und Co. sind wieder in. Doch Upcycling beinhaltet mehr als bloßes Selbstgestalten. Modedesigner suchen nach ausgedienten Kleidungsstücken, trennen die Nähte auf und kreieren völlig neue, ungeahnte und extravagante Couture. Sogar auf der Fashion Week in Berlin, in der absoluten Oberklasse der Designerwelt, wurden 2014 Modelle vorgestellt. Das besondere an der Fashion Week 2014: Schmuckstücke von Faunauge liefen bei einer Show mit.

Alte Sachen? Her damit!

Geister aus dem Kleiderschrank
Geister aus dem Kleiderschrank

Faunauge beteiligt sich ebenfalls an der aktuellen Upcycling-Bewegung. Zwar anfangs mehr aus einer Not heraus, aber schnell stellte sich heraus, dass dieser Weg durchaus nützliche Folgen mit sich bringt. Aus Mangel an geeigneten Stoffen, durchsuchte ich anfangs meinen eigenen Kleiderschrank nach abgelegten Shirts, Blusen und Hosen. Und siehe da: dort sind einige Schätze zu finden. Bald sprach sich herum, dass ich ein freudiger Abnehmer von abgetragenen Röcken, Hemden und Jacken bin. Mittlerweile muss ich gar nicht mehr nachfragen. Manche Kollegen und Freunde bringen mir ihre Sachen, um wieder klar Schiff im Schrank zu machen. Die Kleidungsstücke trenne ich auf, den Stoff zerschneide ich und setze ihn zu kleinen Schmuckstücken in Form von Hütchen, Ansteckern oder auch japanischen Stoffblüten (Kanzashi) wieder zusammen. Als Dankeschön erhalten die großzügigen Spender oft ein Accessoire, deren Stoff sie unter Staunen und Freude wiedererkennen. Bloß die Männer konnten mit ihren zu Blümchen umgeformten Businesshemden noch nicht viel anfangen. Ich frage mich, woran das liegt?

Vorteile des Upcyclings

Stoffarchiv nach dem Sortieren
Stoffarchiv nach dem Sortieren

Neben der Schaffung von Platz im Schrank hat das Upcycling viele weitere Vorteile. Für Faunauge konnte ich so neben herkömmlichen, im Stoffladen gekauften Materialien kostenfrei weitere Stoffe erhalten. Es ist schon unglaublich, welche wunderschönen Muster ich so meinem Sortiment zufügen kann, denn es wäre zu schade, wenn solch schöne Stoffe verschwinden würden. Daher kann ich auch schneller reagieren, wenn mich ein besonderer Kundenwunsch erreicht. Besonders praktisch ist es, wenn ein Kunde oder eine Kundin ein eigenes Kleidungsstück umgearbeitet haben möchte. Durch alte Modelle und individuelle Präferenzen können die

KundInnen sicher sein, ganz besondere Stücke zu erhalten. Des weiteren wird auch Abfall reduziert. Oft trauen Menschen der Altkleidersammlung, die immer häufiger für Privatunternehmen missbraucht werden, nicht mehr. Die Kleidung würde weggeworfen werden, wenn sie keinen anderen Abnehmer fände. Falls nicht mehr das gesamte Teil brauchbar ist, können dennoch einige Details oder wenig beanspruchte Stoffstellen nutzbar gemacht werden. Danach können die Reste immer noch entsorgt werden.

Aus alt mach neu!
Aus alt mach neu!

Für die Herstellung von Stoffen wird auch immer eine enorme Menge von Wasser verbraucht. Wenn diese Stoffe so lange wie möglich von Verbrauchern benutzt werden, wird auch der Wasserverbrauch etwas sinnvoller gehandhabt. Die Nutzbarmachung von scheinbar wertlosen Gegenständen und deren Kombination zu Entitäten mit völlig neuen Eigenschaften, Wirkungsweisen und Ergebnissen sind zum Trend geworden. Mit Faunauge bin ich instinktiv auf diesen Trend aufgesprungen. Es macht Spaß, sich an Kleidungsstücken, die anderen Personen keine Dienste mehr erweisen, auszutoben und sie zu Schmuckstücken aufzuarbeiten. Mit dieser Art von Handhabung von Stoffen kann auch Faunauge seinen Beitrag zu einem verantwortungsvollerem Umgang mit Ressourcen leisten. Accessoires zu kreieren macht Spaß, Kosten werden gespart und die KundInnen bekommen außergewöhnliche Schmuckstücke. Drei auf einen Streich!

© Faunauge

Ein Gedanke zu „Upcycling – Faunauge und die Nachhaltigkeit

  1. […] Nikolaistraße vorbei. Oder wenn ein Teil wirklich nicht mehr tragbar ist, näht es einfach um! Upcycling ist super. So wird weniger weggeworfen und bekommt ein neues Leben! Probiert […]

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