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Wave Gotik Treffen 2016

Vorfreude ist die – na ihr wisst schon.

Dieses Jahr habe ich mich schon lange im Vorfeld gefreut, dass Pfingsten endlich heranrückt und das Wave Gotik Treffen beginnt. Ich hatte genügend Zeit, mir Gedanken über meinen diesjährigen Stil zu machen und meine Vorstellungen auch zufriedenstellend umzusetzen. Für das Jübiläums-Festival, das WGT ging 2016 zum bereits 25. mal über die Bühnen der Stadt Leipzig, sollte die Gewandung ganz besonders aufwendig werden. So freute ich mich bald auf unsere Übernachtungsgäste aus Bamberg und Wittenberg. Natürlich waren wir alle sehr gespannt, wie der Veranstaltungsplan aussehen würde. Die fünftägige schwarze Feierei konnte also fast beginnen!


Collage WGT 2016

Nähen, nähen, nähen
Nähen, nähen, nähen
Nieten und Ösen
Nieten und Ösen
Kleine Metallflügelchen
Kleine Metallflügelchen

Vorbereitung #1 – Das Kleid

Die Grundlage meines Kleides war eine Weste, die schon mit vielen Nieten besetzt war. Aber das reichte meinem Handarbeitsherz natürlich noch lange nicht. Ich nähte an das Rückenteil noch zwei große Statementketten sowie ein kleines Paar silberfarbige Flügelchen. An die Vorderseite nähte ich ein paar Ösen, die zum praktischen Einhängen einer weiteren Statementkette dienen. Einen Taillengürtel aus Spitze wollte ich über der Weste tragen. Dieser verdeckte dann aber viele Nieten und so nähte ich noch auf den Taillengürtel Glieder aus einem upgecyceltem Armband. Fertig? Nein! Ich mag Epauletten und die Schulterpartie der Weste sah noch ziemlich ärmlich aus. Deshalb knüpfte ich Kettchen und Medaillen an die Schultern – et voilá! Passend zum Oberteil nähte ich aus einem kurzen Jerseykleid ein langes, klemmte ordentlich Nieten drauf und schloss meine Arbeit mit einem Samtschleifchen ab.

Vorbereitung #2 – Der Hut

Alle die mich kennen, wissen, dass ich meine Haare nicht mehr lang und dunkel, sondern kurz und blond trage. Zuviel „House of Cards“ mit Robin Wright geguckt. Leider finde ich es leichter, eine aufwendige Hochsteckfrisur zu bauen, als meine kurzen Haare aufzutoupieren. Aber ich wäre ja nicht Faunauge, wenn ich mich davon beeindrucken ließe. Also Hut drauf! Ich hatte noch einen alten schwarzen Hut aus dem Fundus des Schauspielhauses Leipzig. Den dämpfte ich ein und formte ihn nach der Filmvorlage „Ludwig II“ komplett neu. So entstand eine Art Reiterhut mit Samtborte, Schleier und Federn. Den kleinen niedlichen, silberfarbigen Totenschädel an der Rückseite konnte ich mir nicht verkneifen. So süß!
Apropos Hut: im Vorfeld des WGT kaufte eine Dame meinen kleinen Dreispitz „Clockwork #1“. Unter 23.000 Besuchern stand sie doch tatsächlich vor mir in der Schlange am Getränkestand! Ich freute mich sehr über dieses Wiedersehen mit meinem Hütchen!

Da fehlt nur noch ein Hut
Da fehlt nur noch ein Hut
Neue Form für einen schwarzen Filzstumpen
Neue Form für einen schwarzen Filzstumpen
Ein niedlicher Schädel an der Hutrückseite
Ein niedlicher Schädel an der Hutrückseite
Der Schleier wird angenäht
Der Schleier wird angenäht
Der Hut ist fertig!
Der Hut ist fertig!
So ein Zufall: mein Hut "Clockwork #1"
So ein Zufall: mein Hut „Clockwork #1“

The Day Has Come

Dann war er da, der Tag der Bändchenausgabe! Mein Bruder holte mich 17:00 Uhr ab und wir fuhren zur AGRA, um unsere Tickets gegen lila-rosa-schwarz-silbern glitzernde Bändchen zu tauschen. Anschließend gab es noch einen kleinen Umtrunk zur Wochenendeinstimmung im Café Puschkin auf der KarLi. Wenige Stunden später trudelten unsere Bamberger Gäste ein, wir stießen auch hier auf das bevorstehende Wochenende an und brachen zur Feierei in der Moritzbastei auf. Die offizielle Eröffnung im Belantis-Vergnügungspark war uns zu voll. In der MB hatten wir einen herrlichen WGT-Start, plauderten, trafen Freunde wie Tamboly und freuten uns auf das bevorstehende Viktorianische Picknick. So drehten wir alle unsere Uhren auf schwarze Zeit.

Ticket vs. Bändchen

We are having a good time

Schon das Schminken war super. 30 Minuten im Bad, länger brauche ich selbst für das aufwendige Make-Up nicht. Manch‘ andere Frau wendet mehr Zeit auf, um sich für die Arbeit fertig zu machen. Ganz stolz machte mich der Kommentar einer WGT-Freundin, die meinte, dass meine Farbauswahl und die Präzision sie sehr beeindrucke. Und das sagte Crescentia Moon, die mein Make-Up-Vorbild ist! Super Sache.
Fertig gestylt besuchten wir noch unsere Omi, die Geburtstag hatte, bevor wir in den Clara-Park zum Viktorianischen Picknick liefen. So voll wie dieses Jahr hab ich das Event noch nie gesehen, Wahnsinn! Trotzdem trafen wir unsere Freunde und hatten einen herrlichen Sonnentag, der bei Peter Murphy mit dem obligatorischen Met und einer spontanen Plauderei mit „It’s Black Friday“ auf der AGRA ausklang.
Wir besuchten tolle Konzerte wie Eric Fish and Friends, die sich Verstärkung durch den Perkussionisten der Leipziger Artrock-Band C.U.B.E. holten. Natürlich lauschten wir wieder Dr. Mark Beneckes Ausführungen, jedes Jahr ein Fest. Doch neben den ganzen offiziellen Veranstaltungen waren die Treffen mit WGT-Freunden im Clara-Park und auf der AGRA mein absolutes Highlight. Danke an Euch! Faunauge freut sich über die vielen Aufträge, die über das WGT entstanden.

Bis nächstes Jahr!

Alles in allem war das 25. WGT für unsere schwarze Combo richtig gelungen. Schöne Musik, ein schöner Vortrag, eine krasse Filmpremiere, Met, Schmuckeinkäufe, lustige Gespräche, Spaß, gute Laune, neue Aufträge für Faunauge und, und, und.

Bis nächstes Jahr, meine schwarzen Freunde! Dann gehen die Vorbereitungen von vorn los.

© Faunauge